Der Wahnsinn zu Wasser und zu Land: IRONDOG 2015!

//Der Wahnsinn zu Wasser und zu Land: IRONDOG 2015!

Mensch-Hund-Teams schwimmen, radeln, scootern und laufen um die Wette!

Da war er wieder, der legendäre Triathlon für Menschen mit Hund. Diesmal noch größer, internationaler, schwerer, härter – und herder – denn je!

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Doch trotz aller neuer Superlativen ist beim IronDog im Waldviertel auf zwei Konstanten immer Verlass. Zum einen ist und bleibt er einer der sympathischsten Hunde-Mensch-Rennen der Welt (der Orga-Oscar geht auch dieses Jahr mal wieder an die IronDog-Veranstalter!). Zum anderen hat das Wasser des zu durchschwimmenden Ententeichs immer exakt 20 Grad. Darauf können alle Teilnehmer zählen, deren Zahl diesmal fast 3 x so hoch wie noch vor einem Jahr war.

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Lange und intensiv haben wir trainiert, um dieses Event erfolgreich finishen zu können. Wir haben Berge bestiegen und Seen durchschwommen, sind Felswände hochgeklettert und haben reissende Flüsse durchquert. Die letzten 364 Tage standen trainingstechnisch ganz im Zeichen des IronDog 2015.

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Das war natürlich nur ein Witz. Aber eine gewisse Grundkondition sollte man für den IronDog schon im Gepäck haben. Die Distanzen sind zwar nicht allzu lang (vielleicht gut 100 Meter schwimmen, je knapp 4 Kilometer radeln/scootern und laufen), aber man muss sie zweimal, Samstag und Sonntag, bewältigen. Die Regenerationsphase zwischen den beiden Triathlon-Starts wird von einem romantisch-hektischen Nachtlauf unterbrochen. Wie sagte doch die Leaderin der berüchtigten »Demolition Dogs« nach dem nächtlichen Zieleinlauf? “Habt ihr unterwegs diesen wunderschönen Sternenhimmel gesehen? Ich nicht.”

Das Tempo macht die Härte und wer beim IronDog um Sekunden kämpft, der muss beissen. Auch dessen/deren Hund sollte dann aus dem Material geschnitzt sein, welches im Titel der Veranstaltung genannt wird.

Das LennyRacingTeam kann es sich leisten, auch mal eine gemütliche Kugel zu schieben. Wenn Lenny die Fotografen anbellt schaut kaum noch jemand auf den Sekundenzeiger. Ein erweitertes Mittelfeld als Platzierung? Perfekt – passt – wo geht´s zur Party?

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Ankunft beim IronDog 2015

Wir erreichen Litschau am späten Donnerstag Abend. Auf der Wiese vor dem Sonnenhof, unserem Quartier, stehen schon ein paar Zelte, vor einem Tipi brennt ein kleines Feuer in einem Grill. Es dauert keine 5 Minuten bis wir unsere ersten gemütlichen Getränke in der Hand haben. Veranstalter Mario hat heute Geburtstag und innerhalb kürzester Zeit fanden wir uns in einem nicht mehr fahrtauglichen Zustand wieder.

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Die Nacht auf Freitag war natürlich zu kurz, aber Frühstück und Streckenbegehung wollten angegangen werden. Ich schnappe mir den aus Joggersicht Worst-Case des LRT-Rudels (Sturschädel Melvin und die beiden Wheeler Messi & Pelé) und mache mich für knapp 20 Kilometer auf Waldviertel-Entdeckungstour.

Am Abend werden wir und die IronDog-Erfolgsfamilie Elena, Bea und Ivo von VOX zum Essen eingeladen. Auf Basis der Startzeiten entsteht ein erster Entwurf eines Schlachtplans. Mit dessen Hilfe will das Kamerateam alle dramaturgisch relevanten Momente des Wettkampfs einfangen. Wir wünschen ihnen dabei viel Glück – sie werden es brauchen.

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Zurück an den Ufern des schönen Ententeichstrands lädt Tierärztin Tanja und Ihre Kollegin noch zum lustigen Hunde-Gesundheits-Check ein, bevor wir uns in einer großen Scheune zum gemeinsamen Briefing einfinden. Jetzt erst wird mir so richtig bewusst, wie groß der IronDog 2015 geworden ist. Die Zeiten, in denen man sich an einem Kneipentisch zusammen findet sind definitiv vorbei. Die Familie ist zwar gewachsen, aber sie harmoniert, was man ja nicht von jedem Familientreffen behaupten kann.

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IronDog Triathlon Tag 1

Die Botschaft, dass bereits ab 8 Uhr früh ins 20 Grad eiskalte Ententeichwasser zu steigen ist, das ist definitiv keine frohe Botschaft. Brutaler kann man sich Bettwärme nicht von der Hautkruste schlagen. Ich stehe mit Lenny frierend am Wasser. Das heisst, ich friere. Lenny springt schonmal vor dem Startschuss rein; zu viel Leine ist nicht gut für kleine Terrier. Als dann der eigentliche Startschuss fällt ist Lenny bereits nass, steht wieder am Ufer und sieht nicht ein, warum er nochmal ins Wasser springen sollte. Keiner meiner Argumente weiss ihn zu überzeugen – Drama! Nach einer Minute werden wir von Mario, welcher in warmer Jacke steckend grinsend neben uns steht, auf die Strafrunde geschickt. Na bravo. Die letzten 10 Trainingseinheiten ist Lenny immer mit mir gleichzeitig ins Wasser gesprungen, und beim 11. mal stehen wir beim IronDog…

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Das war diesmal neu in Reglement und unser Glück: Will der Hund am ersten Tag nicht freiwillig ins Wasser, dann darf man den Hund mit einem herzhaften Wurf… nein, das war nur Spaß! Man bekommt Strafzeit und -runde (zu Fuß) aufgebrummt, eine gelbe Karte und eine zweite Chance. Sollte allerdings am 2. Tag der Hund wieder nicht ins Wasser wollen, wird man vom Tri- zum Duathleten degradiert. Ich mache mich mit Lenny auf den Strafweg hin zur Wechselzone, bin ziemlich sauer und Lenny ist gut drauf. Die Chemie unseres Teams ist noch nicht ganz im Lot, da ist noch Potential nach oben.

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Ich steige auf´s Rad und Lenny hat mächtig Spaß, im gestreckten Galopp vorne weg zu hoppeln. Das schaut doch gut aus! Wir cruisen einen felsigen Anstieg nach oben, bis mir der erste Gang zu groß wird. Das Fahrrad wird geschultert und Lenny hüpft auf der Blueline (Stadtmarathonläufer wissen, was ich meine) voraus. Astrein!

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Wir kommen zackig wieder zurück in die Wechselzone. Rad und Helm werden elegant zur Seite gelegt und schon geht´s weiter, zu Fuß über Hügel, Felswand, der Länge nach in (!) einem Bach entlang. Bei einem Stück geht es so steil runter, dass Ivo es als “freier Fall” betitelt hat. Anschließend hangeln wir uns weglos einen Berghang hoch, welcher sogar noch steiler ist. Hier würde Ivo nicht mal Pilze schneiden wollen, hat er mir verraten. An diesen abenteuerlichen Passagen hat man förmlich das Grinsen von Tami und Reini, als sie sich diese Strecke ausdachten, vor dem geistigen Auge. Der Waldviertler Humor ist speziell.

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Kurz vor Beginn der Zielgeraden beginnt der Boden zu beben und ich höre hinter mir einen Koloss näher kommen: Hektor ist da! Hurra! Um noch ein paar Sekunden gut zu machen spendieren Lenny und Hektor sich meterweise gegenseitig Windschatten, um am Schluss gemeinsam die Ziellinie zu überqueren. Teamwork de Luxe! Was für ein packendes Finale!

Für Lenny war dieser vormittägliche Triathlon die ideale Aufwärmübung für den Kinderlauf, bei dem er Elena souverän auf den 2. Platz zieht. Herzlichen Glückwunsch!

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Auch der Rest des LennyRacingTeams meisterte mit Mette, Kylie, Jua und Ökomucki den IronDog-Auftakt souverän. Wir konnten kaum abwarten, bis es endlich Nacht wurde, um am nächsten Highlight, dem Nachtlauf, zu starten.

Eine knappe dreiviertel Stunde vor dem Nachtlauf noch einen großen Teller Gemüsespaghetti zu verdrücken war ein spürbar knappes Timing. Doch die schöne Strecke, in der man u.a. in stockfinsterer Nacht über mit Leuchtstäbchen markierte Felsen hüpfen durfte, ließ alles andere vergessen. Gerhard konnte das leider nicht von sich behaupten, aber da es sein kann, dass dieser Bericht auch zur Essenszeit gelesen wird, verzichte ich auf Details. Das Sportfeierabendgetränk haben wir uns anschließend alle verdient.

IronDog Triathlon Tag 2

Briefing 7:15 Uhr, Startzeit 7:52 Uhr. Wenn Lenny so früh aufstehen muss, schwenkt er die Fahne mit der Aufschrift TIERSCHUTZ RELEVANT. Aber es hilft nichts. Wir dackeln zum Entententeich, der Startschuss fällt. Diesmal haben wir 30 Sekunden Zeit, um ins Wasser zu gehen.

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Die ersten 10 Sekunden sind um. Lenny steht kläffend am Ufer, mit sicherem Abstand, damit seine Pfötchen trocken bleiben. 15 Sekunden. Ich beginne, die Ententeich-Insel abzutragen. Büschelweise werfe ich Uferböschung ins Wasser, in der Hoffnung, Lennys Apportiertrieb zu mobilisieren. Aber dieser befindet sich noch im Tiefschlaf. 20 Sekunden. Mario zählt den Countdown und Verzweiflung macht sich breit. … acht… sieben … sechs … fünf … Platsch! Lenny hat seinen Ethan Hunt gelernt und uns einen knallharten Actionthriller geboten. Wenige Sekunden vor Disqualifizierung springt er ins Wasser und ich habe Mühe, ihm hinterher zu kraulen. Yes! Mein Freudenschrei sorgt dafür, das die Hydrierung mit einer gesunden Ladung Ententeichwasser gewährleistet ist.

 

Jetzt geht es wieder Schlag auf Schlag. Wir fliegen förmlich durch die Wechselzone, landen auf dem Rad, spulen elegant die Up- und Downhills ab, um dann noch eine gepflegte Canicross-Einheit anzuhängen. Ich falle ins Ziel und denke mir mal wieder: Wie gemütlich doch im Vergleich so ein 100-Kilometer-Lauf ist.

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Kylie und Jua absolvierten ebenfalls höchst erfolgreich den IronDog 2015 und belegten sogar jeweils Plätze unter den ersten 10! Mette fand sich nicht nur im (erweiterten) Mittelfeld, sie konnte ihren Zieleinlauf sogar mit Ökomucki zusammen bestreiten. Das Publikum tobte vor Begeisterung!

Nicht nur die kleine Elena, auch ihre Eltern waren mal wieder sehr erfolgreich. Sie können sich über einen Staubfänger (Ex-Wander-Pokal) mehr freuen – und das tun sie auch!

 

Danke

Die Organisatoren und das Helfer-Team des IronDogs leisten Unglaubliches. Eine Veranstaltung, welche von einem Jahr auf´s nächste um schätzungsweise grob 287% gewachsen ist, so reibungslos durchzuziehen, ist einen großen Applaus wert!

Es war ein sehr harmonischer Hundehaufen, welcher beim IronDog 2015 dabei war. Rücksichtnahme und Fairness schreibt man groß, besonders in Litschau. Wir freuen uns jetzt schon riesig auf 2016!

Relevante Links

  • Einen etwas älteren, aber immer noch sehr lesenswerten Artikel über den IronDog findet man auch in gedruckter Version in der dog&sport #2.
  • Alle offiziellen Infos zum IronDog gibt´s hier.
  • Bei Facebook schwirren diverse und teils wunderschöne und umfangreiche Bildergalerien herum. Viel Spaß bei der Suche 🙂
By | 2017-04-20T00:02:42+00:00 27. Januar 2016|Berichte|0 Comments

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