Dachstein-Dogtrekking • 10. – 12. Juni 2016 • Tag 1


Der Berg ruft? Na dann nix wie hin!

Ich glaube, den Begriff „Dogtrekking“ hörte ich zum allerersten Mal vor Jahren im Kontext von „Dachstein“. Das Dachstein-Dogtrekking ist eine Legende in der Szene; und zwar nicht nur eine lebende, sondern eine verdammt lebendige Legende! Die Anmeldung musste dieses Jahr sogar vorzeitig geschlossen werden, da nicht mehr Teilnehmer in den beiden Biwakhütten des Basecamps untergebracht werden können.

Beim Dachstein-Dogtrekking erwarten Dich drei Tage, die bis zum Rand gefüllt sind mit beeindruckenden Erlebnissen und saftigen Höhenmetern. Das hat sich herumgesprochen.

„Wer Dogtrekking sagt, der muss auch Dachstein sagen.“ (Alte Volksweisheit)

Nicht der Zeitdruck, sondern gute Teamarbeit mit Deinem Hund,  ein ordentlicher Orientierungssinn und sehr gute Ausdauer sind für ein spaßiges langes Dogtrekking-Wochenende ausschlaggebend. Allerdings kann nicht jeder Dogtrekker in jedem Bereich die hellste Kerze auf der Torte sein – das ist klar! Doch kleinere Mängel lassen sich mit gutem Willen, verantwortungsbewussten Entscheidungen und ein bisschen Humor kaschieren. Die Bereitschaft, an die eigenen Grenze zu gelangen und ohne deren Überschreitung sie sanft ein wenig weiter nach vorne zu stupsen, hilft ungemein.

Aller Anfang ist steil.

Ein Wanderparkplatz bei Hallstadt ist unser Ausgangspunkt, und der liegt ziemlich weit unten, wenn man ihn mal rein geographisch mit unserem Tagesziel vergleicht. Das Tagesziel ist das Wiesberghaus, und dafür muss man erstmal über 1200 Höhenmeter nach oben.

„Im Salzkammergut… da kann man gut… lustig sein.“ (Peter Alexander)

Doch nicht nur man selbst und sein fröhlicher Vierbeiner, auch eine Spaßbremse namens Rucksack muss nach oben, welche alle Utensilien für unterwegs, für Übernachtung, Verpflegung und sonstigen Komfort – ein sehr individuell interpretierbarer Begriff! – enthält.

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Wenn ich sage, dass sich alte Hasen und junge Hüpfer der Szene hier ein fröhliches Stelldichein geben, dann sind diese Begriffe losgelöst vom jeweiligen Geburtsdatum zu verstehen. Die Dogtrekking-Szene ist in Bewegung. Ständig stoßen neue weitwanderfreundliche Gesellen und Gesellinnen dazu.

Andere Gesichter sind seit vielen Jahren fester und aktiver Bestandteil. Selbst wenn man sich mal für ein paar Jahre aus den Augen verloren hat, erkennt man sich gleich wieder. Kein Wunder. Dogtrekking hält jung.

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Die Frage, wer zuerst da war, der Berg oder der Dogtrekker, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Schon gar nicht für mich, denn ehrlich gesagt bin ich ja auch noch ein Newbie, mit meinen erbärmlichen, gerade mal drei bisher gefinishten Dogtrekkings ja fast noch ein frisch geschlüpftes Küken im Dogtrekking-Hühnerstall.

Nicht viel anders sieht es mit meinem vierbeinigen Begleiter, der meist auf den Namen Kasimir hört, aus. Hier ein Bild, wenige Minuten vor Start. Da ich nicht weiss, wann die erste Wasserstelle kommt und er vor Lampenfieber seinen Durst vergisst, muss ich mit einem Pulver, welches auf seinen Hydrierungs-Zustand ähnliche Auswirkung wie der Zaubertrank auf Obelix hat, tricksen. Na also – geht doch!

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Die Veranstalter dieses Mega-Events, bei dem sich das Mega auf erlebnisreich und nicht auf eine Teilnehmerzahl bezieht, sind Udo und Markus. Sie lassen die Starter auf die Piste los, sobald diese das wollen, und notieren sich die individuellen Startzeiten.

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Ich suche mir ein ruhiges Fleckchen im Startkanal und fotografiere die hochmotivierten Teams.

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Rund zwei Dutzend Teilnehmer haben sich für´s Dachstein-Dogtrekking entschieden. Neun davon für die lange, der Rest für die mittlere Kante. Von Bambini kann man hier landschafts- und Basecamp-bedingt nicht sprechen.

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Nachdem die ersten Teams etwa eine Stunde unterwegs sind, beschließe ich, mich auch auf den Weg zu machen. Es ist 18 Uhr und ich muss mich zwischen Bewegung und einem langärmligen Oberteil entscheiden, also wähle ich die erste Option.

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Kasimir hat auch nichts dagegen, endlich ein wenig Höhenmeter aufzunehmen. Vermute ich jedenfalls – ich habe ihn nicht gefragt.

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Das Wetter ist (noch) auf unserer Seite. Schon bald tauchen wir in eine wunderschöne Landschaft ein.

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Der Farbe Grün sagt man ja eine beruhigende Wirkung nach, was allerdings mein Puls nicht zu wissen scheint. Ich merke, dass ich schon länger keine vierstelligen Höhenmeter-Zahlen am Stück bewältigen musste. Wasser tropft nicht nur von moosbewachsenen Felsen.

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Linker Blinker.

Kasimir scheint aufzuwachen. Vor uns riecht es entweder nach Wild, Hund oder Sportler Oder nach allem. Jedenfalls will er es wissen. Okay, was das Tempo angeht, tu ich was ich kann, auch wenn es nicht viel ist.

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Wir treffen auf Dakota, die ihren Albert im Schlepptau hat. Sie kennen sich mit dem Leben jenseits der Komfortzone aus. Wer mehr darüber und über die beiden wissen will, dem empfehle ich diesen Link.

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Es ist noch lange nicht aller Tage Abend – noch nicht mal der Abend dieses Tages. Meter für Meter erarbeiten wir unser Tagesziel.

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Je steiler es ist, desto mehr Höhenmeter werden bereits auf kurzer Distanz absolviert.

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Dieser „the power of positive thinking“-Quatsch funktioniert natürlich nur bei Dogtrekkern der Kategorie „unbelehrbarer Optimist“.

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Alles hat ein Ende, sogar ein Berg. Das erste (und alles andere als letzte) Schneefeld des Wochenendes begrüßt uns auf luftiger Höhe.

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Dass wir an der Biwakhütte, unserem Basecamp, nicht als Erste ankommen, war klar. Dogtrekking-Queen „Bibi, die Erste“ stolziert bereits vor ihrem Palast.

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Auch der Hüttenhund des Wiesberghauses begrüßt uns freundlich, obwohl er dem ersten Eindruck nach gar nicht so aussieht.

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Das Wiesberghaus ist bereits in ein sanftes Abendlicht getaucht. Kitschig, aber alles andere als unattraktiv.

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Jetzt erstmal Party.

Vielleicht kennt der eine oder die andere von euch das auch. Wenn man etwas anstrengendes hinter sich gebracht hat, macht sich im Kopf erstmal gähnende Leere oder aber ein hartnäckiger Ohrwurm, dessen lyrische Thematik im Kontext mit der aktuellen Situation steht, breit. Mein Ohrwurm hat mich bereits gefunden.

„Wir sind da wo oben ist.“ (Kinderzimmer Productions)

Für Kasimir war der heutige erste Tag wahrscheinlich nur eine etwas bessere Aufwärmübung. Um ihn bei Laune zu halten darf er sich dennoch erstmal in seiner Lieblings-Snack-Tüte bedienen.

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Wir haben einen Grund zu feiern! Hundwegsam wurde beim letztjährigen Dachstein-Dogtrekking ins Leben gerufen. Da wird man doch gerne zum Flaschenkind, vor allem wenn diese mit Rotwein gefüllt ist. Herzlichen Glückwunsch!

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Wir sitzen auf einer Isomatte und genießen die nahezu sternenklare Nacht.

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Da eine sternenklare Nacht kein allzu spannendes Fotomotiv darstellt (schwarze Fläche mit kleinen weißen Punkten) zeige ich hier Fotos, welche ich wenige Stunden zuvor gemacht habe. Ist besser so.

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Anschießend verkrieche ich mich mit Kasimir in unser Penthouse. Die Räumlichkeiten sind erstklassig, mein Schlafsack genau das Gegenteil. Dafür war er leicht. Es ist ein zum Überleben konzipierter Ultralightweight-Schlafsack in Mars-Expedition-Optik mit dezibelreichem Bewegungsmelder. Kasimir nimmt angewidert einen abstandsreichen Platz ein und schläft – im Gegensatz zu mir – gleich ein.

Für die nächste Nacht brauche ich einen Plan B.

Fortsetzung folgt.

Welche Abenteuer hält der nächste Tag bereit? Werde ich im atmungsinaktiven Schlafsack festkleben? Wird das Wetter weiterhin auf unserer Seite sein? Kann ich den richtigen Weg mit einer Wanderkarte, deren Logik sich mir schon aus Prinzip widersetzt, finden? Diese und viele weitere wichtige Fragen werden im zweiten Teil des „Die Legende lebt: Das Dachstein-Dogtrekking 2016 „-Berichts geklärt.

 

Die Dachstein Dogtrekking 2016 – Trilogie im Überblick

 


dog&sport Special Edition 1