VulCanicross 2016 – Ein Vulkan im Gletschergewand.

//VulCanicross 2016 – Ein Vulkan im Gletschergewand.

Von Michaela.


 

VulCanicross – Ein kurzer Rückblick.

Dieses Rennen hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, denn hier sahen wir uns in 2015 zum ersten Mal! Ein kleiner Rückblick: Für mich war der Vulcanicross 2015 ein echter Reinfall. Ich versprach mir ein schönes Wochende mit einem tollen Rennen. Leider kam es ganz anders. Am Freitag Nachmittag nach einem tollen Spaziergang stand Luna auf drei Beinen. Sie hatte sich wohl beim rumhüpfen auf der Wiese das rechte Vorderbein verknackst. Das wars dann für uns. Ich bekam zwar die Möglichkeit, mit der Hündin einer Vereinskameradin am Rennen teilzunehmen, jedoch ist das natürlich nicht das gleiche wie mit dem eigenen Hund!

Am Sonntag, als es darum ging, den Wohnwagen aus der Parklücke zu manövrieren, bat ich Thomas Landau, welcher grade vorbei kam, um Hilfe. Er hatte Martin im Schlepptau und beide halfen mir beim ausparken. Bei der Verabschiedung fragte Martin noch, ob ich bei Facebook sei und ich antwortete: Na klar – such nach Mic van de Pott. Später erfuhr ich dann, dass Martin dachte: Na toll, nu kommt die auch noch bis aus Holland! Das war also unsere erste Begegnung und somit ist das Rennen am Vogelsberg für uns immer was ganz besonderes.

Und dieses Jahr sollte der Vulkan auch wieder alle überraschen.

Die Anfahrt zum Vulcanicross 2016.

Wie reisten bereits am Donnerstagabend an. Somit hatten wir den gesamten Freitag Zeit, um uns einzurichten uns zu entspannen und uns auf das bevorstehende Rennen vorzubereiten.

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Wir waren tatsächlich die ersten, die den Waldparkplatz bezogen und hatten somit freie Platzwahl. Gar nicht so einfach, sich zu entscheiden…

Nach einigem hin und her, Begutachtung der Sachlage und Schätzung der Ausmaße unseres neuen Vorzeltes fiehl die Wahl auf den letzten Platz in der Reihe. Die Standfüße runter gekurbelt, die Gasflasche aufgedreht und einem gemütlichen ersten Abend bei Nudeln und einem Fläschchen Prosecco stand nichts mehr im Wege!

Das erste Erwachen.

Das Wetter am Freitag war herrlich! Es war so warm, dass selbst ich nur in dünner Jacke die Sonne genießen konnte. Wir widmeten den ersten Teil des Tages unserem Vorzelt.

Mhm – ob wir die in der Anleitung angegebene Aufbauzeit halten konnten? Um es kurz zu machen: NEIN! Dies lag jedoch nicht daran, dass wir das Zelt nicht zusammengebaut bekamen sondern daran, dass der Boden sich als sehr wehrhaft erwies. Die ersten Heringe ergaben sich dem Widerstand und verformten sich in undefinierbare Gebilde. Selbst die stabileren Heringe taten es den einfachen gleich … mit viel Geduld und immer neuen Versuchen fanden wir genug Verankerungspunkte, so dass nach cac der doppelten Zeit unser Luxusvorzelt stand! Erste Hürde dieses Wochenendes überwunden.

Gegen Mittag füllte sich so langsam der Waldparkplatz. Unsere Kassler Freunde Pia und Guido sowie Kai und Tereza platzierten sich direkt in unser Nähe. Thomas und Sandra belegten die Poolposition am Eingang des Parkplatzes. Somit war die Kassler Bande wieder komplett.

Nun stand Streckenbesichtigung auf dem Plan. Wir schnappten also die Räder und fuhren die bereits komplett abgesteckte Strecke in Ruhe ab. Der Boden war fest und trocken, die Strecke optimal gekennzeichnet und wir voll motiviert.

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Das Rennen konnte kommen. Am Abend besuchten wir die Taufsteinhütte und ließen uns eine warme Mahlzeit schmecken. So ging der erste Tag in Ruhe zu Ende und wir früh ins Bett.

Samstag – Jetzt geht´s los!

Samstag Morgen 7:00 Uhr. Der Wecker schellte. Martin erbarmte sich und erhob sich aus dem Bett. „Es schneit“ hörte ich im Halbschlaf und war schlagartig hell wach. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Doch, schau raus!“

Ich raffte mich auf und zog das Rollo herunter … Tatsache! Frau Holle schüttelte kräftig die Betten. Gestern hatte ich noch geschmunzelt, als mir jemand den Wetterbericht für das Wochenende mit Schneefall zeigte und nun war er da! Gut, dass ich überhaupt nicht auf dieses Wetter eingestellt war!  Weder Mütze noch Schal noch lange Unterwäsche hatten den Weg in meine Reisetasche gefunden.

Mein Glück, dass Trapper John seinen Verkaufsstand mit ausreichend Ware aufgestellt hatte. Hier besorgten wir uns als erste Amtshandlung jeder ein Multifunktionstuch. Dieses rettete meinen Ohren das Leben!

Es sollte das gesamte Wochende  immer wieder schneien und graupeln… und das Ende April! Nun ja, für die Hunde war dieses Wetter in jedem Fall besser als über 15 Grad und Sonne.

Unsere Starts rückten näher. Ich startete in der Bike Klasse mit meiner Luna, Martin hatte 5 km CC mit Leo gemeldet und wir beide stellten mit Pia zusätzlich noch ein Staffelteam (Pia – Scoter, Martin – CC und ich Bike).

Ich startete zu erst. Aufgrund der etwas anderen Wetterverhältnisse *hüstel* und der Berichte der ersten Teilnehmerc die ihren Lauf bereits hinter sich hatten, entschied ich michc ohne Klicks zu fahren. Martin schraubte also noch schnell die Pedale um.

Luna war richtig gut drauf! Ich hatte zwar ein wenig Bammel, da der Boden mittlerweile einer Sulegrube glich und die vielen Wurzeln und Steine auf dem Trail mit Sicherheit alles andere als griffig waren. Jedoch dachte ich nicht daran, meinen Start abzusagen. Ich nahm mir vor die Priorität des Laufes von Zeit auf Sicherheit zu verschieben und nahm mir somit den Druck, ein unnötiges Risiko einzugehen.

Der Start war gut, die erste Kurve bereits recht glibschig und der Rest der Strecke erforderte die volle Aufmerksamkeit von mir und Luna. Ich kam jedoch besser durch als gedacht! Die für mich schwerste Aufgabe war der lange Anstieg zum Ende der Strecke. Der erste Teil ist Schotterpiste und daher auch bei diesen Wetterverhälnissen gut fahrbar. Nach diesem langen Anstieg folgt eine S-Kurve. Hier ist Wiesenboden mit tiefen Fahrrinnen. Diese waren dank des dauerhaften Niederschlages eine einzige Lehmschleimschicht und boten quasi überhaupt keinen Halt.

Es folgte der nächste Anstieg mit ähnlichen Bodenverhältnissen und weiter ging es hoch auf  Waldboden. Ich schnaufte und jappste, ich glaub eine Dampflock ist leiser als ich in diesem Moment. Nach der Kuppe dann das letzte Stück zum Ziel – die Erlösung! Nach der Zieleinfahrt lies ich mich nur noch auf den Boden fallen und war stolz auf die Leistung die Luna abgeliefert hatte. Ich kann mich nur erneut bei Martin bedanken für das konsequente und struckturierte Training mit dem Lunatier.  Hier hat sich eindeutig gezeigt, dass dieses Früchte trägt!

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Jetzt muss Martin ran!

Martin startete mit unserem Neuzugang Leo. Wir waren sehr gespannt wie er sich machen würde. Im Training hatte er bereits gezeigt, dass er sehr große Zug-Ambitionen hat, jedoch auch noch ein zwei Baustellen in “Benehmen” und “Beherrschung”. Der Start war hier mal ein wenig anders organisiert. Es starteten immer 3 Teilnehmer gleizeitig und die Paare im Abstand von nur 30 Sekunden. Das machte es spannend.

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Bild @ Markus Platzbecker

Leo bewies Nerven! Er zeigte keinerlei interesse daran, sich mit den anderen Hunden auseinander zu setzen, sondern äußerte eindeutig den Willen, endlich los laufen zu können. Vom Start an bis zum Ziel behielt er diese Einstellung. Martin war schlicht beeindruckt und total happy, dass klein Leo sich so gut machte!

Gemäß der Wettersituation ließen wir den Samstag dann mit warmen Apfel- und Glühwein ausklingen. Ein wirklich gelungener erster Renntag!

Der alles entscheidende Sonntag.

Am Sonntag morgen war früh aufstehen angesagt. Ich startete bereits um 9:36! Der erste Blick galt dem Wetter … unverändert! Alle Hoffnungen, es sei über Nacht doch noch ein der Jahreszeit entsprechendes Temaraturspektrum aufgezogen, schmolz ähhh frohr dahin. Zumindest war es nun so kalt, dass der Boden angefroren und somit wesentlich fester war.

Nur das, was von oben kam, war noch fieser: Der Wind peitschte Schneeflocken und Graupelkörner ins Gesicht – echt unangenehm. Bei einigen Teilnehmern war sogar die Schaltung eingefroren!

Bei meinem Bike war Gott sei Dank alles funktionstüchtig. Ich fegte mit Lunchen über den Trail, leider an einer Stelle zu schnell. Das Hinterrad rutschte auf einer Wurzel weg und ich musste mich der Schwerkraft ergeben. Ich wusste zunächst nicht wie mir geschah und brauchte eine Sekunde, um meinen Körper davon zu überzeugen, sich wieder aufzurichten und das Rennen weiterzumachen.

Kaum sausten Luna und ich wieder los, da hörte ich von hinten einen nach mir gestarteten Teilnehmer rufen. André kam mit Batman angesaust … An der nächsten Möglichkeit dirigierte ich Luna an die linke Wegesseite und ließ André vorbei. „Danke dir“ rief er beim vorbei fahren. „Gerne“ war meine Antwort.

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Bild © Snowpaws Photography

Wir klemmten uns an die Fersen der beiden. Der Abstand wuchs jedoch. Am Berg bemerkte ich jedoch, dass der Abstand auf einmal schmolz. Den kriegen wir, dachte ich und animierte meine Beine zu noch mehr Leistung. Nach 2/3 des Anstieges hatten wir die beiden eingeholt und griffen an. “Shit!” dachte ich, “Wenn ich jetzt vorbei gehe dann muss ich ja auch vorne bleiben. Drauf gesch… wir schaffen das!” Während des Überholvorganges schaute ich zu Anré rüber,  er schaute ebenso und meinte zu sich selbst „Ich bin zu schwer“. Dies sollte er noch oft zu hören bekommen an diesem Tag –  eine gelungene Vorlage, würde ich sagen. Ich konnte den Vorsprung tatsächlich halten und kam vor ihm ins Ziel!

Das große Canicross-Spektakel!

Die Canicrosser hatten am Sonntag Jagdstart. Immer ein riesen Spektakel! Für die Hunde ist dies noch mehr Ansporn, da hier unter Umständen nur wenige Sekunden zwischen den einzelnen Starts liegen. Leo bewies auch hierbei Nerven und stand voller Siegeswillen mit Martin im Startblock. Dieses kleine Energiebündel rockte beide Läufe wie ein Profi. Martin sagte so schön „Als hätte er noch nie was anders gemacht!“ Den beiden zuzuschauen ist eine wahre Freude!

Schlag auf Schlag: Auf zur Staffel!

Am Sonntag Nachmittag gab es dann noch die Staffel. Für uns alle was völlig Neues. Wir hatten das Glück, erst im zweiten Block zu starten und so die Abläufe nochmal genau beobachten zu können:

Begonnen wurde mit Canicross. 9 Staffeln gingen pro Block an den Start. Das hieß, dass 9 Canicrosser gleichzeitig losliefen!

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Bild © Markus Platzbecker

Bei Ankunft in der Wechselzone wurde der Hund von einem Helfer angenommen und der Läufer klatschte den Biker ab. Dieser fuhr dann die gleiche Strecke (etwas über 2 km). Bei Ankunft in der Wechselzone wurde der Läufer, der hier wartete, abgeklatscht der dann wiederum zum Scooterfahrer lief, um diesem den Start frei zu geben. Die Wechsel klappten bei uns reibungslos. Jedoch hatten Martin und Miro einen kurzen Stopp zwecks Darmentleerung, Luna und ich taten es den beiden gleich und Pia hatte einen Leinenwickler im Vorderrad. Somit war unsere Zeit zwar okay, hätte jedoch besser sein können. Zufrieden waren wir mit dem Ergebnis trotzdem! Vor allem hat es riesen Spaß gemacht, mal nicht als Einzelkämpfer an den Start zu gehen!

Finale.

Die Siegerehrung war wie bei jedem Rennen der letzte Programmpunkt des Wochenendes. Das Ergebnis: Martin belegte mit Leo Platz 12 in seiner Alterklasse und belegte Platz 19/36 gesamt. Ich kam auf Platz 9 in meiner Alterklasse und Platz 14/42 gesamt. Für das nächste Jahr werden die Ziele wieder etwas nach oben geschraubt. Für dieses Jahr ist das Ziel Top10 erreicht!

Es war wieder einmal ein sehr gelungenes Wochenende. Ein top organisiertes Rennen mit einwandfreiem Ablauf. Von der Anmeldung über die Startnummernausgabe bis zu Strecke und Siegerehrung alles astrein geplant und duchdacht! Ein großes Lob an die HessenHounds für diese Orga!

Für uns ist Vulcanicross 2017 in jedem Fall Pflichtveranstaltung. Und wie das Wetter wird, sagte Birgt Kostbahn so schön, klären wir später.

Bis zum nächsten Rennen!

Eure Michaela

 

Unsere VulCanicross—2016-Trilogie:

By | 2016-10-25T20:07:55+00:00 1. Mai 2016|Berichte|0 Comments

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