Zugspitz-Dogtrekking 2016 “Bambini-Edition”. Ein Bericht von Melanie.

//Zugspitz-Dogtrekking 2016 “Bambini-Edition”. Ein Bericht von Melanie.

“Bambini” klingt niedlich. Ist es aber nicht.

Melanie und Volker waren wieder aktiv an der Zugspitze unterwegs. Sie hatten eine Einladung zum Zugspitz-Dogtrekking (ZDT) und diese konnten sie nicht ausschlagen. Terminlich war es für sie zwar nicht einfach, an diesem Wochenende alles unter einen Hut zu bringen, aber wie heisst es doch so schön: Wo ein Wille, da ist auch ein Trail!

22 Kilometer mit 1600 Höhenmetern sind nicht wirklich “bambini”, aber da es die kleinste angebotene Distanz des ZDT ist, hat diese Bezeichnung ihre Berechtigung. Wenn man es dann auch noch mit der längsten Kante, der Dogtrekking-GoldEdition (67 Kilometer mit 5100 Höhenmetern) vergleicht, sowieso.

Jetzt aber viel Spaß mit Melanie, Volker und ihren “Grauen” beim ZDT Bambini-Doghike!


Bambini-Doghike to-go

Es war ein wunderschöner Sommertag, als wir 2015 unseren Bambini-Doghike super entspannt auf dem Campingplatz Grainau bei einem kühlen Radler ausklingen und die Strecke Revue passieren ließen. Schnell war klar: wenn wir für 2016 wieder die Einladung bekommen nehmen wir zum Freitag auch noch den Montag frei, machen statt dem Bambini den „richtigen“  Hike und genießen ein tolles langes Wochenende unter bayrisch-blauem Himmel.

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Aber ein Jahr kann echt lang sein und Anfang 2016 war klar, dass für unseren Oldie die ausgeschriebenen 33 km des Hike vermutlich nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Somit haben wir zum Bambini zurückgeswitcht.

Dann kam Herrchen und hat seine Urlaubsrechnung aufgemacht und festgestellt, dass keine Urlaubstage mehr für den Freitag und den Montag  zur Verfügung stehen. Und ich musste ihm beichten, dass am Sonntag letzter Trainingstag  für unseren Youngster vor seiner Prüfung ist und ich dort unbedingt teilnehmen muss… oh weh.

So schnell wird aus einem langem Relax-Wander-Wochenende-mit-Hund ein Bambini-Dog-Hike-to-go . Aber eins war ganz klar: Absagen kam überhaupt nicht in die Tüte!

Das Dogtrekking ruft. Es kann los gehen!

Am Freitag noch bis Mittag gearbeitet, den WoWa abgeholt, die Taschen reingeschmissen, die Hunde gesattelt und ab die Post Richtung Berge. Das Wetter war durchwachsen und schon begannen die ersten Diskussionen, ob wir auch die richtigen Klamotten eingepackt haben. Jetzt war‘s aber auch nicht mehr zu ändern und schließlich sind wir ja nicht aus Zucker!

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Am Campingplatz angekommen herrschte schon reges Hunde-Leute-Treiben und lautstarke Begrüßungsorgien unter alten Bekannten… ach, irgendwie immer wieder schön, wenn man die Familie trifft *seufz*.

Kurzes Schwätzchen hier, kurzes Schwätzchen da, eine schöne Willkommensansprache von Bernd, eine letzte Dusche zur Erfrischung und schon bald gings ins Bett. Der Plan war zwischen 5:30 und 6:00 zu starten, also brauchte man ja seinen Schlaf.

Ok, den Plan haben wir ohne die betrunkenen Jugendlichen gemacht, welche bis etwa 24 Uhr ihren Weg zu diversen Örtlichkeiten lautstark untermalten.

Und auch ohne die Frühstarter, die ihren Weg bereits im Dunkel antraten, um Hike oder Trekk auf jeden Fall am Samstag zu finishen. In ihrem Übermut vergaßen sie wohl, dass es ja erst irgendwo zwischen 0 und 4 Uhr ist 😉

“Guten” Morgen?

Irgendwann wurde es ruhig und die Müdigkeit übernahm die Oberhand, bis der jüngste vierbeinige Wecker unseres Rudels – wie üblich um seine Zeit – zu mir ans Kopfkissen schlüpfte und begann, die Morgenwäsche zu übernehmen. Wohlgemerkt – MEINE Morgenwäsche! Äh SEINE Zeit? Irgendwas lief gerade schief. SEINE Zeit ist 5.30 Uhr. War das nicht die Zeit die wir starten wollten? Sch….. Herrchen los aufwachen!

Also mal kurz hier richtig Stress gemacht, den Rüssel aus dem WoWa gehalten und tatsächlich: Stille. Totenstille! Klar … wir waren mal wieder die Letzten.

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Also dann im Zeitraffer angezogen, die Hunde versorgt und angeschirrt. Selbstverständlich im Trubel das Zeitselfie vergessen, nicht die Startzeit eingetragen und natürlich auch nicht das Foto von den Notrufnummern nicht gemacht…

Puh, endlich unterwegs… aber wer nimmt welche Hunde in welcher Kombi? Ok, noch dreimal durchgewechselt, bis man die ideale Kombination gefunden hat und dann wurde es auch bei uns gemütlich und die Stimmung entspannte sich sichtlich.

Auf zur Höllentalklamm.

Beschwingt und durch drei Zugmaschinen unterstützten Schrittes ging es Richtung Hammersbach und Höllentalklamm. Es ist schon schön, wenn man Wiederholungstäter ist und nicht ständig auf die Wegbeschreibung bzw. Karte starren muss und ganz locker den altbekannten Weg gehen kann.

Endlich kann man genießen, was letztes Jahr etwas in der Unsicherheit, eventuell den falschen Weg genommen zu haben, unterging. Trotzdem war äußerste Vorsicht angebracht, da der Untergrund durch den vergangenen Regen etwas rutschig war und mit den Kanallien vorne dran, denen das so null und gar nichts ausmacht, kann das schon mal etwas brenzlig werden.

Wie im Flug waren wir an der Höllentalklamm und die Begrüßung des Kassenwarts ‚na ausgeschlafen‘ sagte alles 😀

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Wieder war die Höllentalklamm unglaublich beeindruckend und das donnernde Tosen der Wassermassen macht einem klar, wie klein man ist. An mancher Stelle war viel Überredungskunst bei den Fellnasen gefragt, denn an sich ist keine Pfütze zu groß oder zu schmoddrig, aber jegliches Wasser von oben ist total bähbäh und davon gab es in der Klamm ausreichend.

Wir sind dann mal durch.

Es ging stetig bergan und dann kam der Moment, wo sich die Klamm öffnete und das traumhafte Bergpanorama uns begrüßte. Eigentlich hat’s ja schon was wenn man später startet, denn man wird um keinen Anblick betrogen!

Nun hatten wir auch schon auf die ersten Mitläufer aufgeschlossen; ein paar nette Worte gewechselt und fluchs vorbei  zur Höllentalangerhütte. Weitere Mensch-Hunde-Teams überholt und dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn man an die vielen Hunde daheim denkt, die in den Leinen hängen und einen anblaffen… unter Zughunden, egal welchen Tempos, gibt’s sowas irgendwie nicht.

Wenn Zughunde hinten laufen müssen.

Ein kurzer Blick von meinem Rüden zur anderen Truppe und weiter geht’s… nur nicht aufhalten lassen!  Immer weiter hoch auf schmalen Pfaden und an Abhängen entlang. Schon bald bin ich froh um die Erfahrung des letztjährigen Zugspitz-Dogtrekkings, wonach wir in der weiteren Erziehung unserer Hunde das Wort „HINTEN“ eingebaut haben! Seeeehr wichtig!

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An den Knappenhäusern angelangt, war ich froh, dass ich trotz des überstürzten Aufbruchs wenigstens das Hunde Medipack vollständig eingepackt hatte, denn durch die teils sehr scharfen Steinchen hat sich unsere Chefin beide Hinterpfoten aufgerissen. Steripad drauf, Tape drum,  PAWZ (Mein Gott, sind die Dinger genial!) drüber und ab gings wieder wie Schmitz´ Katze.

Endlich – Die Hochalm ist in Sicht.

Dann, wie im richtig kitschigen „Bergdoktor“, lag im Sonnenschein die Hochalm vor uns; hierauf haben wir uns ein Jahr lang gefreut, denn die Verpflegung hinterließ bleibende Erinnerung an beste Gaumenfreuden.

Schnell noch die Kontrollstelle passiert und die Seiten rausgerissen. Nach einer ausgiebigen Pause haben wir gestärkt den Abstieg angetreten. Auch hier machte sich das schon-wissen-wo-es-lang-geht bezahlt, denn somit konnte uns das Trassierband, des Almauftriebs vor der Abzweigung Längenfelderbahn, nicht irritieren.

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Fast waren wir an der Längenfelderbahn vorbei, als ich einwarf: Moment mal, hier müsste doch das 2. Buch sein? Aber wo ist unser Holzstapel von letztem Jahr??? *räusper* also dann doch mal die Streckenbeschreibung raus geholt und das neue Versteck gesucht, Buch gefunden,  Seiten rausgerissen und weiter.

Ab jetzt begann für uns der schlimmste Abschnitt, der uns auch so noch in Erinnerung war: Alles, was wir uns bisher über viele Kilometer nach oben kämpft haben, mussten wir nun gefühlt in der Hälfte der Kilometer steil bergab. Trotzdem haben wir auch diese Passage bezwungen und lieben gelernt 😉 .

Auch hier waren wir dankbar für den Tipp von Bernd, selbst so eine Berg-Geschichte nur in klassischen Traillaufschuhen zu machen. Dies hatte sich schon letztes Jahr bewährt und ich hätte hier jetzt wirklich keine Wanderkloben an den Füßen haben wollen.

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Den altbekannten Weg zurück zum Campingplatz quasi noch im Laufschritt bewältig, kamen wir ziemlich munter dort an. Die Hunde versorgt und eine kurze Rast, dann den WoWa wieder angehängt und nach Hause. Somit waren wir am Samstagabend um 19 Uhr schon wieder daheim – als wäre nichts gewesen.

Fazit.

Es war wieder ein tolles Erlebnis mit fantastischen Ausblicken, großartigen Eindrücken und super netten Menschen; perfekt organisiert und mit einem beeindruckenden Souvenir in Form eines echt einzigartigen T-Shirts!  Aber als to-go würde ich es nicht mehr machen, denn es bleibt so viel Gemütlichkeit und Geselligkeit auf der Strecke. Sollten wir für 2017 wieder eine Einladung bekommen werden wir entweder ganz oder gar nicht teilnehmen, so viel ist sicher…

Fotos © Pfotogravieh Markus Platzbecker (Einstiegsbild), Melanie Steger.

 


 

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By | 2016-10-25T20:07:55+00:00 21. Juli 2016|Berichte|0 Comments

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