20. März: 60 km, 6 Buchstaben. NAFPUT.

//20. März: 60 km, 6 Buchstaben. NAFPUT.

Frankenalb Panoramaweg: Komm, hol dein Lasso raus!

Gar seltsames geschieht in einem abgelegenen Tal inmitten der Frankenalb, an einem Sonntag und zu einer Uhrzeit, wo meine Laufschuhe normalerweise noch friedlich schlummern.

Eine Herde bewegungsfreudiger Menschen trifft sich an der Lichtenegger Bushaltestelle, um sich auf den “Lassoweg” namens Frankenalb Panoramaweg zu machen.

Lasso ist hierbei die Beschreibung der Wege-Form: Um den Rundweg zu erreichen gibt es erstmal einen einige Kilometer langen und äußerst hübschen Zubringer.

Das gelbe Spielmobil ist unser Headquarter. Gerhard gibt letzte Instruktionen, also sowas wie “Viel Spaß” und “Verlauft euch nicht” oder “Wenn ihr euch verlauft, dann müsst ihr selber sehen, wie ihr wieder zurück findet”. Ganz locker eben.

Ehrlich gesagt habe ich seine Instruktionen gar nicht mitbekommen, weil Melvin und Kasimir so laut waren. Sie wollen los und meine Zitate ein Bild weiter oben sind frei erfunden.

Ich würde ihnen einen gewissen Wahrheitsgehalt aber auch nicht gänzlich abstreiten wollen.

Startschuss ohne Schuss

Wir lassen Spielmobil und Bushaltestelle hinter uns und laufen gemütlich Richtung Wald. Vorerst sind wir auf Besenwagen-Position. Daran wird sich im Laufe des Tages auch nicht viel ändern.

Hier seht ihr eines der berühmtesten Blümchen der Ultraszene.

Negative Höhenmeter sind mit Melvin deutlich unangenehmer als positive.

Der NAFPUT hat von beiden ´ne Menge. Sie summieren sich auf etwa das, was man auch zwischen Garmisch und Zugspitz-Gipfel bewältigen muss.

Der Weg ist ein Traum von einem Trail…

… und die Aussichten jeden Höhenmeter wert.

Für Kasimir, Melvin und mich ist der heutige NAFPUT der Feinschliff für den JUNUT.

Beim JUNUT kommt es darauf an, trotz müder Beine und Schlafentzug Spaß an der Sache zu haben.

Deshalb haben wir einen Tag vor NAFPUT den erweiterten Goldberglauf unter Füße und Pfoten genommen. Für den Schlafentzug habe ich die Nacht zuvor nicht zur Erholung genutzt, sondern sie mir auf einem Filmfestival um die Ohren geschlagen. Training ist Anpassung.

Nach wenigen Kilometern bekomme ich mächtig Hunger; für´s Frühstück war noch keine Zeit. Im Laufrucksack befindet sich ein Brötchen mit salziger Erdnuss-Paste und eines mit süß-scharfem Apfel-Merrettich-Aufstrich. Ich schnappe mir beide und lege sie übereinander. Eine Geschmacksexplosion!

Wir haben einen regenfreien Tag erwischt. Die Bäche sind aber noch gut gefüllt, worüber sich die Hunde sehr freuen.

Der NAFPUT ist heute auch gleichzeitig Test für meine neuen Icebug. Sie schlagen sich hervorragend. Vor allem der Grip auf matschigem oder nass-flutschigem Untergrund (Wurzeln, Felsen) weiss zu begeistern.

Halbzeit

Wir erreichen die Stelle, an der ich letztes Jahr zu unseren Freunde von Hundwegsam aufgeschlossen bin und ich freue mich schon auf´s Wiedersehen in wenigen Tagen beim ESDT!

Gerhard kann mir bestätigen, dass das Elbsandsteingebirge eine Reise wert ist. Für das LRT wird es ein Debut.

Apropos LRT. Wir tanzen an diesem Wochenende auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Während die Schlurf-Fraktion auf den Langstrecken-Trails unterwegs ist, kratzen die Fast4 die steinigen Kurven des Schwabentrails.

Heute bläst ein kalter Wind über die Felder des NAFPUTs, welcher vor allem nach schwitzig-hügeligen und windgeschützen Waldpassagen unangenehm wird. Ich freue mich auf die warme Gaststube im Zielbereich.

Ich bin flotter unterwegs als gedacht. Ich hatte mit etwa 9 Stunden gerechnet, aber es wird wohl knapp eine Stunde weniger.

Die Untergründe sind sehr abwechslungsreich, aber Kasimir und Melvin sind mittlerweile Profis und sehr flexibel.

Der Frankenalb Panoramaweg durchstreift auch das eine oder andere Dorf. Wenn einem das Trinkwasser ausgeht werden sicherlich freundliche Einheimische das Problem lösen können.

Bisher war dies vor allem dank der Dorfbrunnen nicht nötig.

Hinter den Eiern gibt es Wasser.

“NAFPUT? Find ich gut!”

Zielgerade

Kasimir hatte immer Angst vor Männern mit Stöcken in der Hand (Kindheitstrauma). Deswegen bin ich auf diese Fotos besonders stolz.

Super!

Nach gut 8 Stunden erreichen wir wieder den Ausgangsort und fixieren unsere Zielzeit.

Melvin und Kasimir bekommen ihre Belohnung, welche dank eines sehr wählerischen Mops noch übrig war. Danke!

Abschließend habe ich für euch eine gute und eine schlechte Nachricht. Welche wollt ihr zuerst hören? Die schlechte? Okay. Der NAFPUT wird niemals in unserem Rennkalender stehen. Er ist ein reiner Einladungslauf und die Clique relativ fix.

Und jetzt die gute: NAFPUT ist für alle da! Der “Frankenalp Panoramaweg” ist relativ gut ausgeschildert und hier gibt es alle Informationen, sogar die GPS-Daten, zum Download: http://www.frankentourismus.de/wege/frankenalb_panoramaweg-392/

Wenn ihr vorhabt, den Weg mal abzulaufen, könnt ihr hier gerne kurz bescheid geben. Vielleicht ergibt sich ja ein spontanes NAFPUTDT (NonAidedFrankenalbPanoramawegUltraTrailDogTrekking).

Keep on trekking!

 


 

By | 2016-10-25T20:07:56+00:00 28. März 2016|Berichte|0 Comments

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