Vulcanicross 2016 – Ein Rennen der Extreme!

//Vulcanicross 2016 – Ein Rennen der Extreme!

Von Steph.


 

Vulcanicross 2016 – Ein Rennen der Extreme!

Freitag gab´s das gewohnte Szenario: Sachen packen (geht mittlerweile recht flott), das übliche Auto- und Hänger-Tetris (geht mittlerweile auch recht flott), Hunde nochmal an den Baum halten und ab geht´s. Ziel war diesmal der Hoherodskopf, auf dem der legendäre VulCanicross (VCC) ausgetragen wird.

Da ich diesmal nur in der Staffel gemeldet war, stellte ich mich auf ein recht entspanntes Rennwochenende ein. Die Anfahrt zum VCC war recht easy, kaum Verkehr, bestes Wetter, feine Musik im Auto.

Gegen 21.00 trafen wir dann am VCC ein – Streckenbesichtung fiel somit aus, aber war ja noch vom Vorjahr in bester Erinnerung.

Schnell unser Zimmerchen in der Herberge bezogen, Hanse hat noch die Hunde versorgt und dann gab es erstmal ein riesen “Hallo” in der Hütte mit alten Bekannten und neuen Gesichtern. Wie es sich gehört wurde ordentlich quer Beet geschnattert und dann ging es auch schon ab ins Bett.

Überraschung am Samstag.

Nach einer kurzen aber lustigen Nacht läutete der Wecker viel zu früh. “Steph, wie kalt ist es draussen?” Schnell was übergezogen, raus vor die Türe und was sehen meine verschlafenen Augen? Schnee und dicke Flocken, die vom Himmel kommen!

Diese frohe Botschaft wurde sofort an die Zimmerkollegen weitergeleitet, was dann doch zu etwas stark irritierten Gesichtsausdrücken und ein wenig Ratlosigkeit führte. Wettertechnisch scheint sich der VCC zu einem netten Schneerennen etablieren zu wollen.

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Alles fertig machen, frühstücken und ab zum Mushermeeting. Birgit Kostbahn erklärte noch mal alles Nennenswerte zur Strecke, den Regeln etc. Es wurde auch sofort auf die Wetterverhältnisse reagiert und so hat die Rennleitung verkündet, dass die Skijörer direkt im Anschluss an die Biker auf die Strecke gehen – so viel Flexibilität findet man nicht auf jedem Rennen!

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Der Vulcanicross, das Rennen der Extreme, hatte nicht nur wettertechnisch so einges zu bieten, sondern auch was das Starterfeld betrifft. Dieses Jahr waren 301 Starter (letztes Jahr waren es 203 Starter) aus diversen europäischen Ländern am Start, von der Welt-Elite bis zum Anfänger. Somit ist es eines der größten Rennen in Europa und das größte in Deutschland, seiner Art.

In den Kategorien Canicross 10 km, Canicross, Bikejörig, Scooter, Staffel (dazu später mehr) und dem Kinderennen, wurde dann ein ganzes Wochenende lang gekämpft, gerutscht, geflucht, gestrahlt, geschnauft!

Vom 10 km Run habe ich leider wenig mitbekommen, da Hanse in der Kategorie Bike an den Start ging und ich mich um unseren IQ kümmern musste, damit er ordentlich und zeitgerecht parat steht. IQ hatte deutlich mehr Freude an dem Wetter als Hanse.

Von Bike- und Flyjöring.

Der Vorstartbereich für Bike und Scooter hat für einen reibungslosen und vor allem stressfreien Ablauf am Start gesorgt – danke hierfür an das Orga-Team! Hanse wurde noch vor der ersten Kurve am Startkanal gewarnt, was ihm lediglich ein “jaja” und ein Grinsen entlockte. Karma Baby! Die Uhr piepste die letzten 5 Sekunden an und zack weg waren sie… Ich sah nur noch ein schlingerndes Hinterrad, einen Hanse, der Arme und Füße weit weg gestreckt hatte und mit bemerkenswerter Haltung über die Absperrung köpfelte! Flugrolle mit der Haltungsnote einer glatten 10!

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Schnell alles wieder sortieren und weiter ging es. Meine Nerven – nicht selbst zu starten bringt graue Haare.

Die Strecke mutierte mehr und mehr zum Schlachtfeld, schlammübersähte Fahrer kamen der Reihe nach rein und es gab wohl eltiche Ausrutscher und Stürze (wo aber nichts Nennenswertes passiert ist). Hanse war auch recht bald wieder da, die Mischung aus dem Schock vom Sturz, dem Adrenalin und der Endorphinausschüttung lies ihn ein wenig beschwippst wirken. Sehr lustig!

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Nass und dreckig.

Das Wetter änderte sich im Minutentakt und von Schnee, Regen, Graupelschauer und sogar Sonne war alles dabei. Irgendwann ging es nicht mehr um Sekundenreiterei, sondern darum, wer weniger oft im Matsch lag. War auch sehr lustig (für mich), da man ja weich fiel und es keine Schäden an Hund und Mensch gab.

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Dann wurde es auch schon bald Zeit, Annick zu helfen. Wer uns kennt, der weiß, dass es hier keiner weiteren Worte bedarf, es aber durchaus lustig für die umstehenden Menschen sein kann (Liebe Annick, die Sache mit dem Bike festhalten üben wir noch). Für Eywa war es das erste Rennen in der Art und auch sie hat nen guten Job gemacht – Annick übrigens auch.

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Da man mich zwingend alle 2 Stunden füttern muss, ich also dringend auf der Suche nach Essen war , habe ich von den Scooterfahren auch nur wenig mitbekommen, ausser dass es hier wohl hieß “wer sein Gefährt liebt, der schiebt”. Mitpedalieren war im Schlachtfeld kaum noch möglich und auch hier gab es einiges an Materialschaden, aber jeder war glücklich, heil im Ziel angekommen zu sein.

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Eine Veranstaltung wie ich sie liebe – nass und dreckig!

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Canicross und Kinderrenen.

Dann wurde es für mich ernst, also indirekt zumindest. Kathleen ging mit Geremy an den Start. Auch er liebt es nass und dreckig, entsprechend motiviert war er am Start. Es gingen immer 2 Canicrosser im Abstand von 30 Sekunden raus. Geremy schoss mit Kathleen aus der Startbox und die 2 machten einen auf “fliegenden Holländer”. Beide genossen die Trailhektik und kamen nach flinken 17 Minuten grinsend wieder ins Ziel.  Meinen Respekt haben sie.

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Zum ausruhen gab es kaum Zeit, denn bald drauf ging das Kinderennen los. Schön dass es auch hier zahlreiche Starter gab. Es wurde je nach Altersklasse auf der Bambinistrecke oder auf der Jugendstrecke (1,8km) gestartet. Pünktlich zum Start kam die Sonne raus. Ein haufen lauffreudiger Kinder lief über die Startgerade und auch Nele war wieder mit dabei.

Nach dem anstrengenden Tag ging es recht früh ins Bett, denn am Sonntag kamen dann die Highlights des Vulcanicross – Jagdstart Canicross und die Staffel.

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Was der Sonntag so mit sich bringt.

Frank hat sich ein absolut geniales System für den Jagdstart ausgedacht, so dass auf der einen Seite genug Platz war für die Hunde und diese recht wenig Stress hatten. aAuf der andere Seite war es schier unmöglich, als Läufer etwas falsch zu machen.

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Geremy war in der Früh schon äusserst motiviert und als er mit Kathleen zum Start ging, meinte auch sie, dass er wohl besonders gut drauf wäre. Es brannte ihm regelrecht unter den Pfoten!

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Kathleen wurde in einem recht engen Pulk rausgeballert und mich hats fast zerrissen vor Aufregung, Glück und Nervosität (warum ist man nervös, wenn man selbst gar nicht auf die Strecke geht?)!

Die Zwei geben ein echt tolles Team ab und waren auch schon bald hinter dem Hügel verschwunden. Als sie dann recht schnell wieder auf der Zielgeraden auftauchten, sah man einen überglücklichen Hund und eine überglückliche Kathleen. So mag ich das sehr! Es reichte für einen soliden 8.Platz in der Gesamtwertung der Frauen.

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Die Staffel – Rock´n Roll, Baby!

Pro Staffelblock wurden 10 Staffel auf die Strecke gejagt, was für reichlich Nervenkitzel bei den Zuschauern sorgte. Ok, nicht nur bei den Zuschauern….

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Ich fuhr im ersten Staffelblock mit, rund um mich herum die Cremé de la cremé der Canicross-Szene. Lorenz meinte, er könne mir evtl. 10 Sekunden Vorsprung rausholen. Hieß für mich, ich könnte alleine durch die fiese Startkurve gehen, aber im Wurzeltrail holen mich die anderen ein.

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Aber was passiert, wenn ich stürze? Was passiert, wenn was passiert? Sind alles extrem gute Fahrer, die sowohl Bike als auch Hunde unter Kontrolle haben, aber was wäre wenn…? Es kommt aber immer anders als man denkt…

Der Startschuss fiel, die 10 Läufer schossen regelrecht über die Startgerade und bogen in den Wald ein. Lorenz und Ivo gaben sich ein Kopf an Kopf-Rennen. Lorenz ´Kelly wollte dann die Kurve im Wald abkürzen, hat die Rechnung aber ohne den Baum gemacht. 1:0 für den Baum. Kelly donnerte in den Baum, brach nen Ast ab und und zerriss das Geschirr. Ihr selbst ist Gott sei Dank nichts passiert.

Dann teilte der Streckenposten auch schon mit, dass sich Lorenz auf der Zeilgeraden befindet, also wurde es ernst. Vorrücken in die Wechselzone, Geremy hoch motiviert. Lorenz kommt rein, gibt Kelly ab, klatscht mich ab und Rock´n Roll. So der Plan.

Beim starten merkte ich schon, dass die Luft bei Geremy raus war, aber er lief gut und kurz darauf bogen auch wir in den Wald ab. Der Wurzeltrail ist ja mein absolutes Lieblingsstück am VCC und Geremy zog mich blitzschnell auf die linke Wegseite, was zwar zur Folge hatte dass die Wurzeln höher waren, aber wir fuhren im trockenen.

Plötzlich hörte ich ein fieses “grchgrch” von meinem Bike und die Kette war draussen. Es ging bergab und da ich grade überholt wurde, gab Geremy noch mal Gas. Den Schwung konnten wir nochmal ein gutes Stück mitnehmen und dann kam der Berg, Geremy am ackern, ich am fluchen. Es hilft alles nix, runter vom Bike und rennen, rennen, rennen… bergauf, im Matsch mit Bike in der Hand rennt es sich bekanntlich 1a.

Als ich hörte, dass hinter mir wohl noch ein Fahrer kam, habe ich irgendwie schnell die Kette reingefrimmelt bekommen, lies mich überholen und hängt mich dran. Plan ging gut auf, bis ich wieder ins Leere trat. Kette war noch drin, Kettenführung wollte nicht mehr und alles in allem stellte ich quasi einen Totalschaden an meinem Bike fest.

Kräftig mit der Ferse gegen die Kettenführung getreten, was mehr eine Verzweiflungstat war, als sonst was. Aber es funktionierte! Ich hatte zwar nur noch kleine Gänge, aber besser als nix. So kamen auch wir irgendwann wieder in der Wechselzone an und Dennis konnte mit Lady loslegen.

Es wurde dann Platz 12/29. Wir hätten uns weit aus mehr ausgerechnet, aber hat wohl nicht sein sollen. Immerhin gab es nur Sachschaden zu verzeichnen, die Hunde blieben Gott sei Dank heil.

Alles in allem war es wiederein absolut geniales Event, ich danke allen die den Vulcanicross zu dem machen, was er ist. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

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Unsere VulCanicross—2016-Trilogie:


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By | 2016-10-25T20:07:56+00:00 29. April 2016|Berichte|0 Comments

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